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Tod durch Arsen - größte Massenvergiftung aller Zeiten

von Lilly am 22.11.2012, 12:13 Uhr

Arsen in Bangladesch

Die Menschen in Bangladesch mussten schwere Schicksalsschläge hinnehmen. Vor 12 Jahren wurden durch Industrieabwässer und Überschwemmungen die Flüsse verschmutzt, woraufhin bis heute über 11 Millionen Brunnen gebaut wurden, um an kostbares Grundwasser zu gelangen. Doch dadurch senkte sich der Grundwasserspiegel erheblich, sodass bald hochgiftiges Arsen, welches natürlich entstanden unter Bangladesch vorkommt, das Wasser verseuchte. Die meisten Bengalen wissen bis heute nichts davon, denn Arsen kann man weder riechen noch schmecken und schon gar nicht sehen. Auch treten die Folgen des Nervengifts bei regelmäßiger Einnahme kleiner Mengen oft erst viele Monate, ja sogar Jahre später auf, sind deswegen aber nicht weniger schlimm. Nervenschäden, Leberveränderungen, Nierenschäden, Hautveränderung, Atemlähmung bis hin zu Krebsbildung bei chronischer Einnahme – die Liste der Folgen durch eine Arsenvergiftung scheint unendlich lang und lässt sich auch nicht ohne Weiteres komplett aufzählen, da überall immer nur Aspekte der Vergiftung genannt werden.
Besonders von Hautveränderungen sind die Menschen in Bangladesch betroffen. Erst bilden sich braune Flecken auf der Haut, später treten oft Karzinome, also Krebsgeschwüre auf. Viele Menschen sterben bereits früh einen qualvollen Tod, ohne jemals die Ursache dafür wirklich gekannt zu haben.
Was also kann man tun, um der Bevölkerung Bangladeschs Zugang zu sauberem Trinkwasser zu ermöglichen? Viele Leute haben sich bereits mit dem Problem auseinandergesetzt, so auch Dr. Munir und Professor Hussam. Sie hatten die Idee, zwei Behälter übereinanderzustellen und sie mit Eisen, Kohle und Sand zu füllen, um sie zur Wassersäuberung einzusetzen.
Solche Filter kosten 30€ und können zu fast 100% das Arsen aus dem Wasser holen. Seitdem ist in Bangladesch bereits eine Menge geschehen. Viele Menschen konnten sich durch Spenden einen Filter zulegen, einer reicht für 25 Menschen. Die Organisation Lichtbrücke e.V. in Engelskirchen sammelt Geld um diese Filter zu kaufen und bezahlt, wenn man einen Filter spendet, noch drei weitere. Auch durch die Hilfe Siegfried Paters, Entwicklungshelfer, Journalist und Autor, hat sich viel verändert. Er hat ein Kinderbuch zum Thema verfasst, denn Aufklärungsarbeit ist sehr wichtig, da viele Bengalen nicht verstehen, warum sie das Wasser aus den Brunnen nicht trinken sollen. Das Buch heißt Nipas Traum und hat, laut Aussage Paters, viele Bengalen dazu gebracht, sich einen Filter anzuschaffen. In dem Buch geht es um das Mädchen Nipa, die von Pater einen Tag lang mit der Kamera begleitet wurde und ihre Geschichte erzählt.
Es gibt also Möglichkeiten, den Menschen vor Ort zu helfen und ihre Situation zu verbessern. Mit Paters Worten: ,,Jeder kann helfen und dazu lade ich euch ein.“

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Dieses Seminar ist eine Veranstaltung des Europa-Haus Marienberg. Es wurde unterstützt vom Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung sowie vom Ministerium für Bildung, Wissenschaft, Weiterbildung und Kultur Rheinland-Pfalz. Kooperationspartner ist das Global Cooperation Council/Nord-Süd-Forum e.V., Berlin. Weiterlesen